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Lage, Erreichbarkeit

Die Insel Jura gehört zu den Inneren Hebriden an der Westküste Schottlands. Sie ist die nordöstliche Nachbarin der berühmten Whisky-Insel Islay und nur von dort aus mit einer privaten Autofähre zu erreichen, die den schmalen Sund in wenigen Minuten täglich im Pendelverkehr überquert. Das heißt also: Zunächst mit Caledonion MacBrayne von Kennacraig oder Oban nach Islay, dann von dort aus weiter nach Jura. Für die Islay-Fähre empfiehlt sich insbesondere in der Saison (Juli/August, auch Engpässe durch zahlreiche Veranstaltungen zu beachten) und an Wochenenden eine Reservierung für den Pkw.
 

Jura ferry im Hafen von 
Port Askaig, Islay

Sehen harmloser aus, als sie sind: 
Paps of Jura

Ortscharakter, Attraktionen
 
Jura erreicht mit 46x7km durchaus beachtliche Größe, besonders wenn man bedenkt, dass nur etwa 200 Einwohner die Insel bevölkern und eine einzige Straße die Insel nur an der Ostküste in halber Länge asphaltiert erschließt. Wie so viele schottische Orte hat auch Jura seine Bezeichnung von den Wikingern erhalten. Es heißt übersetzt deer island, und das ist heute noch zutreffend. Etwa 6500 Stück Rotwild leben auf der Insel und selbst, wenn man sich nur entlang der Straße bewegt, wird man früher oder später Exemplare zu Gesicht bekommen.
 
Für den gemeinen Touristen bietet Jura zwei Anlaufstationen, die auch mit einem Tagestrip abgehakt werden können. Jura House selbst ist von innen nicht zu besichtigen, aber es gibt einen wirklich sehenswerten Garten, der täglich von 9-17 Uhr offen steht.  Das Herrenhaus kann übrigens als self catering für Gruppen bis 15 Personen gemietet werden. Zweite Attraktion ist die Whisky Distillery im einzigen Ort, Craighouse. Der Insel-Whisky wird in alle Welt exportiert und ist selbst in deutschen Supermarkt-Regalen zu finden. Das spricht aber keinesfalls gegen seine Qualität. Es gibt erlesene Abfüllungen mit bis zu 21 Jahren Alter.
 
Die berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Insel bietet jedoch die Natur. Sie dürften jedoch von den wenigsten Gästen tatsächlich besucht werden. Die spektakulären Meeresstrudel vor der Nordküste, der Corryvreckan Whirlpool, sind nur mühevoll zu erreichen. Die Straße ist nur in halber Insellänge öffentlich, die Weiterfahrt wird von einem örtlichen Anbieter im Jeep ermöglicht, zu Preisen, die sich nur für eine Gruppe rechnen. Eine Alternative wäre ein mountain bike, mit dem man den größten Teil der Strecke zurücklegen kann. Nicht leichter kommt man zu den weithin sichtbaren Landmarken der Insel, den Paps of Jura, drei rundliche Berge im Zentrum der Insel.
 
Nicht unerwähnt darf die Tierwelt bleiben: Steinadler und etwa 100 weitere Vogelspezies, Otter und Seerobben, Wiesel und wilde Ziegen. 
 
Und dann gibt es da noch Barnhill, das Cottage, in dem George Orwell "1984" schrieb. Es kann für Aufenthalte gemietet werden. Dabei läßt sich dann nachvollziehen, wie der Autor 1949 hier lebte, denn das Haus blieb unverändert, auch was das Fehlen von Elektrizität betrifft.

Blick in den Garten des empfehlenswerten
Isle of Jura Hotel

das Zentrum der Inselhauptstadt:
Links die Distillery, rechts das Hotel

Wanderungen
 
Hier ist der selbstbewußte Abenteurer gefordert. Allem voran locken natürlich die drei einzeln stehenden Paps. Nicht ihre Höhe von rd. 800 Metern bildet die Herausforderung. Zunächst ist ein oft wegloser Anmarsch durch hochgrasiges Moor von 2 Stunden zurückzulegen, um überhaupt den Fuß des ersten Berges zu erreichen. Der Anstieg ist anspruchsvolles, steiles Gehgelände auf Trittspuren. Respekt verlangt vor allem der Untergrund: Quarzit-Steine mit messerscharfen Kanten, die übrigens auch mich kurz vor dem Gipfel des zweiten Pap mit einer vorzeigbaren Schnittwunde zum geordneten Rückzug zwangen.
 
In diesem Gelände wird auch das jährlich im Mai stattfindende Jura Fell Race ausgetragen. Damit es sich lohnt, werden umliegende kleinere Berge miteinbezogen, so dass 7 Gipfel mit 2500 Höhenmetern auf 16 Meilen zusammenkommen. Der Sieger 2002 benötigte dafür 3 Stunden, 19 Minuten. Im Rennbericht von Andy Curtis heißt es: "Thankfully most of the race injuries were cuts sustained on the sharp screes".
 
Im Grunde ist die gesamte Insel, insbesondere die unbewohnte und unerschlossene Westküste mit zahlreichen Höhlen und "raised beaches" ein attraktives Wandergebiet für ausdauernde Geher, die mit Karte und Kompaß sicher umgehen können und nicht verunsichert werden, wenn sie den ganzen Tag über keine Menschenseele sehen. Während der Jagdsaison (Mitte August bis Mitte Oktober) bitte unbedingt Erlaubnis einholen, ansonsten gibt es keinerlei Restriktionen. Es heißt, dass etwa 20% der Rotwild-Population jährlich geschossen wird. Es sind also einige Kugeln unterwegs.
 

Blick vom südlichen Pap (Beinn a Chaolais)
auf die beiden Nachbarn

Der Weg von der Küste bis zu diesem
Ausblickgipfel dauerte 2,5 Stunden


Unterkunft, Infrastruktur
 
Neben dem teuren, aber besonders für das abendliche pub meal empfehlenswerten Isle of Jura Hotel gibt es nur wenige einfache B&Bs. Anzuraten ist deshalb eher eines der auch nicht zahlreichen Ferienhäuser, z.B. das Small Isles House. Alle Infos dazu bei Internet Guide to Scotland mit weiteren Links. Besonders empfehlenswert ist Boiden Cottage.
 
Es gibt einen Food Shop sowie einen Tearoom, post office und Zapfsäule. Die ärztliche Versorgung ist bestens, ich hab sie ausprobiert.
 
Weitere Links: 
- viele Infos über Jura und Islay von Ray Husthwaite, der auf Islay wohnt
- Anthony Dyer's mountain pages
- sehr schöne Fotos auf der Seite von Ron Steenvorden

die Promenade von Craighouse,
Jura Hotel links, Distillery rechts

128 Teilnehmer, darunter 11 Frauen, starteten 2002 zum Jura Fell race (Foto: Andy Curtis)

Literatur bei amazon UK

Jura, Island of Deer
Peter Youngson
 
Paperback - 589 pages 
(1 September, 2002)
Birlinn Limited

Walks on Islay and Jura 
Elaney Patrick
 
(May 1999)
Footprint Maps and Guides

Islay, Jura and Colonsay: 
A Historical Guide
  
David Caldwell
 
Paperback - 246 pages 
(1 December, 2001)
Birlinn Limited

Explorer Map 0355: Jura & Scarba
1:25.000 (18 October, 2001)
Ordnance Survey

siehe auch:
mehr Jura Fotos
Isle of Islay: Hauptseite, Fotos 2002

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 © 2002 Uli Sauer, Witten